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Sind Schutzimpfungen sinnvoll?
Seit einiger Zeit sind vorbeugende Schutzimpfungen in der Diskussion. Sind sie wirklich notwendig? Sind sie gar schädlich?
Folgende Fakten sind wissenschaftlich abgesichert und müssen berücksichtigt werden:
Wenn 70% einer Population gegen eine Krankheit geimpft sind, ist der Ausbruch eines Seuchenzuges (Epidemie) unwahrscheinlich. Ein belastbarer Impfschutz ist dann gegeben, wenn ein Tier in bestimmten Intervallen wiederholt geimpft wird. Beispielsweise jährlich bei der Parvovirose des Hundes oder dem Katzenschnupfenkomplex bei der Katze. Individuell kann der Impfschutz auch länger vorhalten. Aber wie lange? Das lässt sich zur Zeit nur durch serologische Blutuntersuchungen in Speziallaboren feststellen, die deutlich teurer sind als eine Impfung. Es sind Schnelltests in der Erprobung, die eine rasche Antikörpertiterbestimmung und im Anschluss eine Impfung ausschließlich mit den notwendigen einzelnen Impfkomponenten erlauben. Bis diese Tests praxisreif sind, sind wir auf Fakten aus der Wissenschaft angewiesen, welche die in unserer Praxis angewandten Impfschemata absichern.
Erkrankungen durch eine Impfung sind beim Hund äusserst selten. Es gibt einzelne Fallberichte von Nierenproblemen, Epilepsien, Leberschäden, bei denen ein zeitlicher Zusammenhang mit einer Impfung konstruiert, aber in aller Regel nicht nachgewiesen wurde.
Bei den Erkrankungen der Katze steht die Ausbildung sogenannter Fibrosarkome, Tumore an einer Injektionsstelle, im Vordergrund. Diese können durch verschiedenste Substanzen wie Antibiotika, ölige Medikamente, Bissverletzungen und auch Hilfsstoffe in Impfstoffen entstehen, meistens erst nach vielen Jahren. Rechtzeitig operiert und ggf. durch Bestrahlung nachbehandelt, treten kaum neue Tumore an dieser Stelle (Rezidive) auf.
Wird ein Tier geimpft, das sich in der Ansteckungsphase einer anderen Erkrankung befindet, kann es zu einem stärkeren Ausbruch dieser Erkrankung kommen. Beispielsweise beim Katzenschnupfenkomplex der Katze. Durch eine gründliche Allgemeinuntersuchung ihres Tieres versuchen wir dieses Risiko auf ein Mindestmass zu beschränken.
Immer gilt es im Einzelfall zu entscheiden, was sinnvoller ist. Ein Tier vor einer möglichen tödlich verlaufenden Krankheit zu schützen, oder Nebenwirkungen zu riskieren. In aller Regel sind Nebenwirkungen in der Tiermedizin genauso selten wie in der Humanmedizin. Durch eine zunehmende Optimierung von Impfstoffen können Impfintervalle verlängert werden. Beispielsweise wird die Panleukopenieimpfung der Katze mit dem zur Zeit modernsten Impfstoff nur noch alle drei Jahre wiederholt.
Wenn geimpft wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
Das Tier muss zum Zeitpunkt der Impfung in einem guten Ernährungszustand und gesund sein. Ein geschwächter, kranker Organismus bildet keine oder nur eine ungenügende Immunität aus. Ferner muss das Tier frei von äußeren und inneren Parasiten sein. Eine Entwurmung ist in der Regel notwendig.
Beim Impfverfahren wird zwischen GRUNDIMMUNISIERUNG und WIEDERHOLUNGSIMPFUNGEN unterschieden.
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